22. Februar – Tag der Weißwurst

22. Februar – Tag der Weißwurst

Jedes Jahr am 22. Februar feiern Bayernfans in ganz Deutschland den Tag der Weißwurst. Dieser inoffizielle Feiertag ehrt eine der bekanntesten kulinarischen Traditionen Bayerns – die zarte, würzige Weißwurst, die weit über die Grenzen des Freistaats hinaus Begeisterung weckt.

Die Geschichte des Tags der Weißwurst

Im Jahr 2017 rief die Gemeinde Bodenmais (Bayern) den Tag der Weißwurst ins Leben. Das Ziel: die kulturelle Bedeutung der Weißwurst würdigen und das Bewusstsein für dieses traditionsreiche Lebensmittel stärken. Seitdem feiern Gastronomen, Metzger und Weißwurst-Liebhaber den 22. Februar gleichermaßen – mit besonderen Aktionen, Frühschoppen und natürlich dem obligatorischen Weißbier.

Was ist eine Weißwurst? – Herstellung und Zutaten

Die Weißwurst (auch „Weißwürscht“ oder „Münchner Weißwurst“) gehört zu den gekochten Brühwürsten. Traditionell verarbeiten Metzger dafür eine Mischung aus Schweinefleisch, Kalbfleisch, frischer Petersilie, Zwiebeln, Zitronenschale und Gewürzen wie Pfeffer, Muskatnuss und Kardamom. Die charakteristische weiße Farbe entsteht, weil Metzger ausschließlich reines Speisesalz ohne Nitritpökelsalz verwenden – anders als bei vielen anderen Wurstsorten. Den fertigen Wurstteig füllen sie in Naturdarm und garen die Würste anschließend in heißem Wasser – sie werden nicht gebraten.

Die richtige Art, Weißwurst zu essen – Tradition und Etikette

Rund um die Weißwurst gibt es einige ungeschriebene Regeln, die echten Bayern heilig sind:

  • Wann isst man Weißwurst? Traditionell gilt die Weißwurst als Frühstückswurst. Echte Bayern essen sie noch vor dem Mittag – genauer gesagt vor dem ersten Kirchengeläut. Der Spruch „Die Weißwurst darf das Mittagsläuten nicht hören“ hat in Bayern legendären Status.
  • Wie isst man Weißwurst? Kenner wählen zwischen zwei klassischen Methoden: dem „Zuzeln“ (den Inhalt direkt aus dem Darm saugen) oder dem Aufschneiden mit dem Messer und Herausschälen des Fleischs. Den Darm lässt man auf dem Teller liegen.
  • Was gehört dazu? Zum perfekten Weißwurst-Frühstück braucht man unbedingt eine frische Brezel, süßen Senf (kein scharfer!) und ein kühles Weißbier – und das auch morgens um neun Uhr, ganz nach bayerischer Tradition.

Die Weißwurst in der bayerischen Kultur

Die Weißwurst steht für weit mehr als nur eine Wurst – sie verkörpert ein Stück bayerische Identität. Auf dem Oktoberfest in München, bei Volksfesten und in traditionellen Wirtshäusern gehört sie zum festen Inventar. Auch international gewinnt sie an Beliebtheit: Viele deutsche Restaurants weltweit führen das „Bavarian Breakfast“ mit Weißwurst auf ihrer Karte.

Seit 2014 trägt die Münchner Weißwurst das EU-Siegel der geografisch geschützten Angabe (g.g.A.). Nur Metzger aus einem bestimmten Umkreis rund um München dürfen ihre Würste als echte Münchner Weißwürste vermarkten.

Weißwurst selbst machen – ein Überblick

Wer den Tag der Weißwurst besonders feiern möchte, kann die Würste auch selbst herstellen. Dafür braucht man einen Fleischwolf, eine Wurstfüllmaschine, Schweinedärme sowie die oben genannten Zutaten. Man wolft die Masse fein, würzt sie und füllt sie in die Darmhüllen. Anschließend gart man die Würstchen bei etwa 75–80 °C im Wasserbad – nicht kochen, sonst platzt die Haut. Frisch zubereitet schmeckt die Weißwurst am besten; am besten noch am gleichen Tag essen.

Fazit: Den 22. Februar bayerisch feiern

Der Tag der Weißwurst am 22. Februar lädt dazu ein, ein Stück bayerischer Tradition zu erleben – egal ob in München, Hamburg oder Berlin. Ob im Wirtshaus, beim Metzger des Vertrauens oder selbst gemacht: Eine frische Weißwurst mit Brezel, süßem Senf und einem Weißbier macht jeden Morgen zum kleinen Fest.

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