Am 21. Mai begeht die Weltgemeinschaft den Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung. Dieser von der UNESCO ausgerufene Aktionstag erinnert an die Vielfalt menschlicher Kulturen und ruft zum interkulturellen Miteinander auf. Er entstand im Nachgang der Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan im Jahr 2001. Anschließend wurde er von der UN-Generalversammlung offiziell als internationaler Tag etabliert. Seitdem steht er weltweit für den Schutz und die Wertschätzung kultureller Ausdrucksformen.
Hintergrund: Warum kulturelle Vielfalt so wichtig ist
Kulturelle Vielfalt umfasst alle Sprachen, Religionen, Kunstformen, Traditionen und Lebensweisen, die Menschen weltweit entwickelt haben. Sie ist nicht nur ein Merkmal offener Gesellschaften. Laut UNESCO ist sie außerdem eine der stärksten Triebkräfte für nachhaltige Entwicklung, sozialen Zusammenhalt und Frieden. Studien zeigen zudem, dass kulturell vielfältige Gesellschaften innovativer, resilienter und wirtschaftlich erfolgreicher sind.
Ein zentraler Meilenstein ist die UNESCO-Konvention zur Erhaltung und Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen von 2005. Sie wurde inzwischen von über 150 Staaten ratifiziert. Darüber hinaus verpflichtet sie die Unterzeichnerländer, kulturelle Vielfalt aktiv zu schützen – sowohl national als auch international.
Ziele des Aktionstags am 21. Mai
Der Welttag der kulturellen Vielfalt verfolgt drei übergeordnete Ziele, die aufeinander aufbauen:
- Bewusstsein schaffen: Menschen sollen für den Wert kultureller Unterschiede sensibilisiert werden – nicht als Trennlinie, sondern als Bereicherung.
- Dialog fördern: Interkultureller Austausch soll Verständnis und Toleranz stärken. Das gilt für Schulen, Unternehmen und die Politik gleichermaßen.
- Entwicklung unterstützen: Kultur wird als eigenständiger Entwicklungsfaktor anerkannt. Denn Kulturwirtschaft und kulturelles Erbe schaffen Arbeitsplätze und stärken lokale Identitäten.
Zahlen und Fakten zur kulturellen Vielfalt
- Weltweit gibt es schätzungsweise über 6.000 lebende Sprachen. Allerdings ist fast die Hälfte davon vom Aussterben bedroht.
- Die Kreativ- und Kulturwirtschaft erwirtschaftet global rund 2,25 Billionen US-Dollar pro Jahr und beschäftigt über 29,5 Millionen Menschen.
- Die UNESCO-Welterbeliste umfasst über 1.100 Stätten in mehr als 160 Ländern. Jede davon steht für das einzigartige kulturelle Erbe der Menschheit.
- Laut UN leben derzeit über 370 Millionen indigene Menschen in rund 90 Ländern. Sie sind damit Hüter eines Großteils der sprachlichen und kulturellen Vielfalt unseres Planeten.
Wie kann man den 21. Mai aktiv begehen?
Den Welttag der kulturellen Vielfalt muss man nicht passiv beobachten. Es gibt viele Möglichkeiten, sich im Alltag zu beteiligen:
- Kulturelle Veranstaltungen besuchen: Viele Städte organisieren rund um den 21. Mai Konzerte, Lesungen oder Ausstellungen mit interkulturellem Schwerpunkt.
- Eigene Vorurteile hinterfragen: Der Tag lädt dazu ein, die eigene Weltsicht zu reflektieren. Außerdem ermutigt er dazu, sich bewusst mit fremden Kulturen auseinanderzusetzen.
- Vielfalt im Berufsleben stärken: Unternehmen können den Aktionstag nutzen, um Diversity-Initiativen anzustoßen. Zudem bieten sich interne Workshops zu interkultureller Kompetenz an.
- Social Media nutzen: Mit dem Hashtag #WorldDiversityDay teilen weltweit Millionen Menschen Geschichten und Gedanken zur kulturellen Vielfalt.
- Bildung fördern: Lehrerinnen und Lehrer können den Tag nutzen, um im Unterricht über Kulturen und Traditionen aus aller Welt zu sprechen.
Kulturelle Vielfalt in Deutschland
Deutschland zählt zu den kulturell vielfältigsten Ländern Europas. Über 20 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben hier – aus fast allen Ländern der Erde. Dennoch besteht weiterhin die Aufgabe, diese Vielfalt als gesellschaftliche Stärke sichtbar zu machen. Dafür setzen sich Initiativen wie der Nationale Aktionsplan Integration oder das Bundesprogramm Demokratie Leben! ein.
Der 21. Mai ist daher ein guter Moment innezuhalten. Er lädt uns ein zu fragen: Welchen Beitrag leiste ich selbst dazu, dass kulturelle Vielfalt in meinem Umfeld gelebt und wertgeschätzt wird?