Der 28. Mai steht jedes Jahr im Zeichen einer lebensrettenden Geste: der Stammzellspende. Seit 2006 erinnert der Tag der Lebensspende daran, wie wichtig es ist, sich als potenzieller Stammzellspender registrieren zu lassen. Initiiert wurde er von der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei), einer der größten Stammzellspender-Dateien der Welt.
Was ist eine Lebensspende?
Als Lebensspende bezeichnet man die freiwillige Abgabe von Stammzellen oder Knochenmark zugunsten eines erkrankten Menschen. Stammzellen sind die Grundbausteine des blutbildenden Systems. Sie können sich in alle Arten von Blutzellen verwandeln – darunter rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen.
Für Menschen mit schweren Bluterkrankungen wie Leukämie oder Lymphomen ist eine Stammzelltransplantation oft die letzte Heilungschance. In Deutschland erkranken jährlich rund 15.000 Menschen neu an Blutkrebs. Viele von ihnen benötigen dringend einen geeigneten Spender.
Warum ist die Registrierung so wichtig?
Die Suche nach einem passenden Stammzellspender ist schwierig. Das liegt an der Vielfalt der sogenannten HLA-Merkmale (Gewebemerkmale), die bei Spender und Empfänger übereinstimmen müssen. Bei manchen Patienten liegt die Chance, einen geeigneten Spender zu finden, bei unter einem Prozent.
Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen als potenzielle Stammzellspender registriert. In Deutschland zählt die DKMS allein mehr als 10 Millionen registrierte Spender – das ist ein beeindruckender Wert, aber noch nicht genug. Besonders Menschen mit seltenen HLA-Profilen, wie viele mit Migrationshintergrund, finden deutlich seltener einen passenden Spender.
Wie läuft eine Stammzellspende ab?
Viele scheuen den Schritt zur Registrierung, weil sie sich vor einem schmerzhaften Eingriff fürchten. Dabei ist der Ablauf heute unkompliziert. Es gibt zwei Methoden:
1. Periphere Stammzellentnahme (ca. 80 % der Fälle): Der Spender erhält einige Tage vor der Entnahme ein Medikament, das Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut treibt. Anschließend werden die Stammzellen über ein ähnliches Verfahren wie bei einer Blutspende entnommen.
2. Knochenmarkentnahme (ca. 20 % der Fälle): Unter Vollnarkose entnimmt ein Arzt Knochenmark aus dem Beckenkamm. Der Eingriff dauert etwa eine Stunde, das Knochenmark regeneriert sich vollständig innerhalb weniger Wochen.
Beide Methoden sind medizinisch sicher. Die Entscheidung darüber trifft die Transplantationsklinik gemeinsam mit dem Spender.
Wer kann sich registrieren lassen?
Grundsätzlich kann sich jede gesunde Person zwischen 17 und 55 Jahren als Stammzellspender registrieren lassen. Dazu gibt es beim DKMS-Registrierungsset ein einfaches Wattestäbchen-Verfahren: Ein Abstrich aus der Wange genügt. Die Registrierung ist kostenlos und unverbindlich. Wer nach der Registrierung keine Spende leisten möchte, kann sich jederzeit aus der Datei löschen lassen.
Was passiert am Tag der Lebensspende?
Rund um den 28. Mai finden deutschlandweit zahlreiche Aktionen statt. Universitäten, Schulen, Unternehmen und Vereine organisieren Registrierungsaktionen. Die DKMS informiert mit Kampagnen über soziale Medien und in Fußgängerzonen. Ziel ist es, neue Spender zu gewinnen und das Bewusstsein für das Thema Blutkrebs zu schärfen.
Zusätzlich nutzen Betroffene und ihre Familien diesen Tag, um öffentlich auf ihre Geschichte aufmerksam zu machen. Ihre persönlichen Berichte zeigen, was eine einzige Registrierung bewirken kann.
So kannst du helfen
Eine Registrierung dauert nur wenige Minuten und kann ein Leben retten. Hier sind konkrete Möglichkeiten, sich zu engagieren:
- Als Stammzellspender bei der DKMS, dem ZKRD oder einer anderen Spenderdatei registrieren
- Freunde und Familie auf den Tag der Lebensspende aufmerksam machen
- Eine Registrierungsaktion in der eigenen Schule, Hochschule oder im Unternehmen organisieren
- Die Arbeit der DKMS durch eine Spende finanziell unterstützen
- Auf sozialen Medien über das Thema informieren und den Hashtag #TagDerLebensspende nutzen
Fazit
Der Tag der Lebensspende ist mehr als ein Datum im Kalender. Er ist ein Aufruf zur Solidarität. Mit einer einfachen Registrierung kannst du zum potenziellen Lebensretter werden. Nutze den 28. Mai als Anlass – und mach den ersten Schritt.