19. Mai – Weltwhiskytag

Am dritten Samstag im Mai dreht sich alles um eine der ältesten und vielfältigsten Spirituosen der Welt: Weltwhiskytag (englisch: World Whisky Day). Der Tag lädt dazu ein, Whisky bewusst zu genießen, seine Herkunft zu entdecken und die kulturelle Tiefe hinter dem goldbraunen Getränk zu schätzen – egal ob man Einsteiger oder leidenschaftlicher Kenner ist.

Geschichte des Weltwhiskytags

Die Idee zum Weltwhiskytag stammt von Blair Bowman, einem Studenten aus Aberdeen, Schottland. Er rief den Aktionstag im Jahr 2012 ins Leben, um Whisky für alle zugänglich zu machen. Sein Ziel war es dabei, Menschen weltweit zusammenzubringen. Was als studentisches Projekt begann, wurde schnell zu einem internationalen Ereignis. Heute nehmen Destillerien, Bars und Liebhaber in über 150 Ländern daran teil.

Was ist Whisky eigentlich?

Whisky (oder Whiskey, je nach Herkunft) ist ein destilliertes alkoholisches Getränk, das aus vergorenem Getreide hergestellt wird. Je nach Ursprungsland und verwendetem Getreide entstehen dabei sehr unterschiedliche Charaktere:

  • Scotch Whisky (Schottland): Häufig aus gemälzter Gerste, oft mit rauchig-torfigen Aromen. Muss mindestens 3 Jahre in Eichenfässern reifen.
  • Irish Whiskey (Irland): In der Regel dreifach destilliert, weich und mild im Geschmack.
  • Bourbon (USA): Wird überwiegend aus Mais gebrannt und muss in neuen, ausgebrannten Eichenfässern reifen – bekannt für seine Vanille- und Karamellnoten.
  • Japanese Whisky (Japan): Stark vom schottischen Stil beeinflusst, aber mit feinen, blumigen Aromen und höchster handwerklicher Präzision.
  • Canadian Whisky: Oft leichter und milder, häufig ein Blend aus verschiedenen Getreidesorten.

Die Schreibweise gibt übrigens Aufschluss über die Herkunft: „Whisky“ steht für schottischen, kanadischen und japanischen Ursprung – „Whiskey“ für irische und amerikanische Erzeugnisse.

Spannende Fakten rund um Whisky

  • Die älteste schriftliche Erwähnung von Whisky stammt aus dem Jahr 1494 aus schottischen Klosteraufzeichnungen.
  • Das Wort „Whisky“ leitet sich vom gälischen „uisce beatha“ ab – zu Deutsch: „Wasser des Lebens“.
  • Während der Lagerung im Fass verdunstet jedes Jahr ein kleiner Teil des Whiskys – diesen Schwund nennt man den „Angel’s Share“ (Anteil der Engel).
  • Schottland beherbergt über 140 aktive Destillerien und exportiert jährlich Millionen von Flaschen in alle Welt.
  • Nicht jeder Malt Whisky aus Schottland schmeckt nach Torf: Nur bestimmte Regionen wie Islay sind für ihren stark rauchigen Stil bekannt.

So kannst du den Weltwhiskytag feiern

Der Weltwhiskytag ist keine kommerzielle Pflichtveranstaltung, sondern eine Einladung zum Entdecken. Hier sind einige Ideen, wie du den Tag gestalten kannst:

  • Whisky-Tasting organisieren: Lade Freunde ein und probiert gemeinsam drei bis fünf verschiedene Whiskys aus unterschiedlichen Regionen – mit kleinen Infozetteln zur Herkunft wird daraus eine lehrreiche Verkostung.
  • Eine neue Destillerie entdecken: Viele Brennereien bieten am Weltwhiskytag spezielle Führungen, offene Tore oder Rabattaktionen an.
  • Den ersten Whisky wagen: Wer noch nie Whisky getrunken hat, startet am besten mit einem milden Irish Whiskey oder einem fruchtigen Single Malt – pur oder mit einem kleinen Spritzer stilles Wasser.
  • Cocktail statt pur: Klassiker wie Old Fashioned, Whisky Sour oder Manhattan sind ideale Einstiegspunkte für Neueinsteiger.
  • Buch oder Dokumentation: Es gibt hervorragende Dokumentationen und Bücher über die Whisky-Herstellung – ein perfekter Abend für Wissbegierige.

Whisky in Deutschland

Auch in Deutschland hat Whisky eine wachsende Fangemeinde. Inzwischen gibt es hierzulande mehr als 200 Whisky-Destillerien, die hochwertige Single Malts und Blends produzieren – darunter bekannte Namen wie die Slyrs Destillerie in Bayern oder die Slàinte Destillerie in Nordrhein-Westfalen. Der Deutsche Whisky hat sich in den vergangenen Jahren international einen Namen gemacht und beweist, dass die Spirituose längst kein schottisches Monopol mehr ist.

Fazit: Ein Tag für alle Whisky-Stile

Der Weltwhiskytag am dritten Samstag im Mai ist weit mehr als ein Anlass zum Trinken – er ist eine weltweite Feier einer Jahrhunderte alten Handwerkskunst. Ob rauchiger Islay Scotch, samtiger Irish Whiskey oder komplexer Japanese Single Malt: Der Tag erinnert daran, dass hinter jedem Glas eine Geschichte, eine Region und viel Leidenschaft stecken. Prost – oder wie es die Schotten sagen: Slàinte!

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