Tag der schwarzen Katze — das klingt nach einem kuriosen Feiertag, steckt aber hinter einem ernsthaften Anliegen: Schwarze Katzen warten in Tierheimen weltweit deutlich länger auf ein neues Zuhause als ihre bunteren Artgenossen. Dieser Aktionstag am 17. August will das ändern.
Was ist der Tag der schwarzen Katze?
Der Tag der schwarzen Katze wird jährlich am 17. August gefeiert. Auf Englisch trägt er den Namen Black Cat Appreciation Day. Der Ursprung geht auf den US-Amerikaner Wayne H. Morris zurück, der den Tag 2011 ins Leben rief. Damit wollte er seine verstorbene Schwester June ehren — und die besondere Bindung, die sie zu ihrer schwarzen Katze Sinbad hatte. Seitdem setzen sich weltweit Tierheime, Tierschutzorganisationen und Katzenliebhaber am 17. August gemeinsam für schwarze Katzen ein.
Auch die globale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN beteiligt sich aktiv an diesem Tag. Sie ruft jährlich dazu auf, bei der Tieradoption die Fellfarbe nicht als Ausschlusskriterium zu nutzen — denn schwarze Katzen warten nachweislich länger auf eine Vermittlung als gleichartige Tiere mit andersfarbigem Fell.
Warum haben schwarze Katzen einen schweren Stand?
Der Aberglaube rund um schwarze Katzen reicht Jahrhunderte zurück. Im europäischen Mittelalter wurden sie zunehmend mit Hexerei und dem Bösen in Verbindung gebracht. Ein entscheidender Moment war das päpstliche Dokument Vox in Rama aus dem Jahr 1233, mit dem Papst Gregor IX. Katzen symbolisch mit dem Teufel verknüpfte. Dieser dunkle Ruf hielt sich hartnäckig — und wirkt bis heute nach.
In Deutschland gilt: Läuft eine schwarze Katze von rechts nach links über den Weg, bringt das angeblich Unglück. Dieser Volksglauben führt dazu, dass manche Menschen schwarze Katzen unbewusst meiden — auch im Tierheim. Dabei ist die Wissenschaft eindeutig: Schwarze Katzen verdanken ihre Farbe schlicht dem Melanismus, also einer erhöhten Produktion dunkler Pigmente. Charakter, Gesundheit und Liebenswürdigkeit hängen nicht von der Fellfarbe ab.
Schwarze Katzen in anderen Kulturen
Nicht überall gelten schwarze Katzen als Unglücksbringer. In Großbritannien und Schottland beispielsweise bringen sie traditionell Glück, wenn sie die Schwelle eines Hauses überqueren. In Japan gilt eine schwarze Katze als Zeichen für Wohlstand. Und im Alten Ägypten wurden Katzen — unabhängig von ihrer Farbe — als heilige Tiere verehrt. Die Göttin Bastet, Beschützerin gegen das Böse, wurde oft als schwarze Katze dargestellt.
Sogar auf hoher See galten schwarze Katzen als Glücksbringer: Britische und irische Seeleute nahmen sie gerne mit an Bord, weil sie ihnen eine sichere Heimkehr versprachen.
Wie kann man den Tag der schwarzen Katze feiern?
Der 17. August bietet viele Möglichkeiten, aktiv zu werden:
- Adoption in Betracht ziehen: Wer ein Haustier sucht, sollte das lokale Tierheim besuchen — und dabei gezielt auch schwarze Katzen ansehen.
- Aufmerksamkeit schaffen: Ein Foto der eigenen schwarzen Katze in den sozialen Medien mit dem Hashtag #BlackCatAppreciationDay erhöht die Sichtbarkeit für das Thema.
- Spenden oder ehrenamtlich helfen: Viele Tierheime freuen sich über Sachspenden oder freiwillige Helfer — besonders in der überfüllten Ferienzeit.
- Vorurteile ansprechen: Ein Gespräch mit Freunden oder Familie über den Aberglauben rund um schwarze Katzen kann echtes Umdenken anstoßen.
Fakten über schwarze Katzen
- Die Cat Fanciers‘ Association listet 22 anerkannte Rassen mit schwarzem Fell auf.
- Schwarze Katzen warten in Tierheimen statistisch länger auf eine Adoption als andersfarbige Artgenossen — laut VIER PFOTEN ein europaweites Phänomen.
- Großbritannien hat zusätzlich einen eigenen National Black Cat Day am 27. Oktober.
- In Japan gibt es sogar ein Café ausschließlich für schwarze Katzen — das Café Nekobiyaka in der Stadt Himeji.
- Schwarze Katzen galten in Japan traditionell als Liebesglücksbringer: Frauen, die eine schwarze Katze besaßen, sollten besonders viele Verehrer anziehen.
Tag der schwarzen Katze: Ein Plädoyer für Gleichbehandlung
Letztlich ist der Tag der schwarzen Katze mehr als ein netter Anlass für süße Katzenfotos. Er erinnert daran, dass Vorurteile — selbst gegenüber Tieren — echte Folgen haben. Schwarze Katzen sind genauso liebenswert, gesund und charakterstark wie alle anderen. Wer darüber nachdenkt, ein Tier aufzunehmen, sollte die Fellfarbe aus der Gleichung streichen. Denn ein schwarzes Fell ist kein Unglück — sondern schlicht Stil.