12. September – Tag der Süd-Süd-Zusammenarbeit

Was ist der Tag der Süd-Süd-Zusammenarbeit?

Seit 2011 begehen die Vereinten Nationen den Tag der Süd-Süd-Zusammenarbeit jedes Jahr am 12. September. Das Datum ist kein Zufall: Es erinnert an den 12. September 1978, als 138 UN-Mitgliedsstaaten in Buenos Aires den sogenannten Buenos-Aires-Aktionsplan (BAPA) verabschiedeten. Dieses wegweisende Dokument legte die Grundlage für die technische Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsländern und gilt bis heute als das Fundament der Süd-Süd-Kooperation.

Den offiziellen UN-Aktionstag gibt es seit 2003. Damals bestimmte die UN-Generalversammlung mit Resolution 58/220 zunächst den 19. Dezember als Gedenktag. Acht Jahre später verlegte die Generalversammlung das Datum auf den 12. September — um den historischen Bezug zum Buenos-Aires-Plan herzustellen.

Was bedeutet Süd-Süd-Zusammenarbeit?

Unter Süd-Süd-Zusammenarbeit versteht man die Partnerschaft zwischen Ländern des globalen Südens. Anders als klassische Entwicklungshilfe funktioniert dieses Modell auf Augenhöhe: Länder tauschen Wissen, Technologien, Erfahrungen und Ressourcen untereinander aus — ohne Bedingungen und ohne Hierarchien. Leitprinzipien sind gegenseitiger Respekt, gemeinsame Ziele und Solidarität.

Die Zusammenarbeit findet in vielen Bereichen statt:

  • Landwirtschaft und Ernährungssicherheit – Austausch von Anbaumethoden und Saatguttechnologien
  • Gesundheit – Wissenstransfer bei Impfprogrammen, Seuchenbekämpfung und medizinischer Infrastruktur
  • Bildung und Berufsausbildung – gemeinsame Lehrpläne und Stipendienprogramme
  • Digitalisierung und Technologie – Transfer von IT-Lösungen und digitalen Verwaltungssystemen
  • Klimaschutz und erneuerbare Energien – Weitergabe von Know-how in der Solarenergie und im Küstenschutz
  • Handel und Wirtschaft – Abbau von Handelshemmnissen und Förderung regionaler Märkte

Dreieckskooperation: Wenn der Norden unterstützt

Neben der reinen Süd-Süd-Kooperation gibt es ein erweitertes Modell: die Dreieckskooperation (Triangular Cooperation). Dabei unterstützt ein Industrieland oder eine internationale Organisation den Wissensaustausch zwischen zwei Ländern des globalen Südens. Dieses Dreieck aus Ressourcen, lokalem Wissen und externer Förderung gilt als besonders effektiv.

Geschichte und Meilensteine

Die Geschichte der Süd-Süd-Zusammenarbeit reicht weit zurück. Schon 1949 starteten die Vereinten Nationen erste technische Hilfsprogramme. 1974 beschloss die UN-Generalversammlung, eine eigene Sondereinheit innerhalb des UNDP einzurichten. Den Durchbruch brachte dann 1978 der Buenos-Aires-Aktionsplan.

Weitere wichtige Meilensteine im Überblick:

  • 1978 – Verabschiedung des Buenos-Aires-Aktionsplans durch 138 UN-Mitgliedsstaaten
  • 2003 – UN-Resolution 58/220 richtet einen jährlichen Aktionstag ein (ursprünglich am 19. Dezember)
  • 2009 – Hochrangige UN-Konferenz zur Süd-Süd-Kooperation in Nairobi, Kenia; Verabschiedung des Nairobi-Ergebnisdokuments
  • 2011 – Das Datum des Aktionstags wird auf den 12. September verlegt
  • 2013 – Umbenennung der Sondereinheit in United Nations Office for South-South Cooperation (UNOSSC)
  • 2015 – Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verankert Süd-Süd-Kooperation als zentrales Instrument

Warum ist dieser Tag wichtig?

Der globale Süden erwirtschaftet heute mehr als die Hälfte des weltweiten Wirtschaftswachstums. Länder wie Brasilien, China, Indien, Südafrika und Thailand haben in kurzer Zeit enorme technische und finanzielle Kapazitäten aufgebaut. Sie geben dieses Wissen aktiv weiter — an Länder, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen.

Dieses Modell hat klare Vorteile: Lösungen stammen aus ähnlichen Kontexten, passen besser zu lokalen Bedürfnissen und sind oft kostengünstiger als klassische Entwicklungshilfe. Der Aktionstag lenkt weltweit die Aufmerksamkeit auf diese Erfolgsgeschichten.

So kann man mitmachen

Auch ohne direkten Zugang zu UN-Konferenzen lässt sich dieser Tag sinnvoll gestalten:

  • Informiere dich auf der Website des UNOSSC über aktuelle Projekte und Erfolgsbeispiele
  • Teile Beiträge mit den Hashtags #SouthSouthCooperation und #TriangularCooperation in sozialen Netzwerken
  • Unterstütze Organisationen, die Entwicklungsprojekte im globalen Süden fördern
  • Nutze den Tag als Anlass, mehr über globale Ungleichheiten und ihre Lösungsansätze zu erfahren

Der 12. September ist ein Aufruf zum Umdenken: Entwicklung entsteht nicht nur durch Hilfe von außen, sondern durch Partnerschaft auf Augenhöhe. Dieser Gedanke macht den Tag der Süd-Süd-Zusammenarbeit zu mehr als einem symbolischen Datum.

Nach oben scrollen