13. September – Welt-Sepsis-Tag

Sepsis tötet weltweit mehr Menschen als Brustkrebs, Prostatakrebs und HIV/AIDS zusammen. Trotzdem kennen viele Menschen die Warnsignale nicht. Der Welt-Sepsis-Tag am 13. September setzt genau hier an: mit weltweiter Aufklärung, Früherkennung und dem Aufruf zum schnellen Handeln.

Was ist der Welt-Sepsis-Tag?

Der Welt-Sepsis-Tag findet jährlich am 13. September statt. Die Global Sepsis Alliance (GSA) rief ihn 2012 gemeinsam mit der Deutschen Sepsis-Hilfe e. V. ins Leben. Ziel ist es, das Bewusstsein für Sepsis weltweit zu schärfen. Zudem soll der Tag Prävention, Früherkennung und bessere Behandlung fördern. Fünf Jahre nach der Gründung, im Jahr 2017, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Sepsis offiziell zu einer ihrer führenden Gesundheitsprioritäten.

Was ist Sepsis?

Sepsis ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Sie entsteht, wenn der Körper auf eine Infektion mit einer überschießenden Immunreaktion antwortet und dabei das eigene Gewebe sowie die eigenen Organe schädigt. Auslöser können Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten sein. Häufige Ausgangspunkte sind Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen oder Hautwunden. Da Ärzte Sepsis oft zu spät erkennen, verläuft sie besonders häufig tödlich.

Diese Warnsignale sollten Sie kennen

Sepsis entwickelt sich innerhalb von Stunden. Typische Warnsignale sind:

  • Hohes Fieber oder ungewöhnlich niedrige Körpertemperatur
  • Sehr schneller Herzschlag oder beschleunigte Atmung
  • Starke Verwirrtheit oder plötzliche Bewusstseinstrübung
  • Extreme Schwäche und Schüttelfrost
  • Blasse, graue oder marmorierte Haut

Wer diese Symptome bei sich oder anderen bemerkt, sollte sofort den Notruf 112 wählen. Jede Stunde zählt – denn eine schnelle Therapie erhöht die Überlebenschancen erheblich.

Sepsis in Zahlen: Eine dramatisch unterschätzte Bedrohung

Die Zahlen sind erschreckend. Weltweit sterben jährlich mindestens 11 Millionen Menschen an Sepsis. Das entspricht einem Todesfall alle 2,8 Sekunden. Damit gilt Sepsis als die Nummer eins unter den vermeidbaren Todesursachen weltweit. In Deutschland stirbt sogar alle sechs Minuten ein Mensch daran. Das ergibt mindestens 85.000 Todesfälle pro Jahr – und viele davon wären mit früher Erkennung vermeidbar. Besonders gefährdet sind Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit Grunderkrankungen.

Warum der 13. September wichtig ist

Der Welt-Sepsis-Tag ist mehr als ein Datum im Kalender. Er ist ein globaler Aufruf zum Handeln. Weltweit beteiligen sich Kliniken, Organisationen und Betroffene mit Informationsaktionen. Eine besondere Tradition dabei: Hunderte Teelichter werden entzündet. Die Brenndauer von etwa vier Stunden steht symbolisch für das Zeitfenster, in dem bei einer Sepsis der Therapiebeginn idealerweise erfolgen sollte. Diese Geste macht eindrücklich deutlich, wie wenig Zeit im Ernstfall bleibt.

In Deutschland engagieren sich zahlreiche Kliniken und Organisationen aktiv. Darunter sind das Aktionsbündnis Patientensicherheit und die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis. Gemeinsam fordern sie, dass Sepsis-Symptome zum Allgemeinwissen aller Menschen in Deutschland werden.

So können Sie aktiv werden

Jeder kann einen Beitrag leisten. Hier sind konkrete Möglichkeiten:

  • Informieren: Lesen Sie sich in das Thema ein und teilen Sie Ihr Wissen mit Familie und Freunden.
  • Aufklären: Sprechen Sie in Ihrem Umfeld über Symptome und Risikofaktoren.
  • Spenden: Unterstützen Sie die Global Sepsis Alliance oder die Deutsche Sepsis-Hilfe e. V.
  • Teilnehmen: Besuchen Sie lokale Informationsveranstaltungen oder engagieren Sie sich online.

Fazit: Wissen rettet Leben

Sepsis ist behandelbar – wenn Ärzte und Betroffene sie rechtzeitig erkennen. Der Welt-Sepsis-Tag am 13. September erinnert uns daran, dass Aufklärung Leben retten kann. Kennen Sie die Symptome. Zögern Sie nicht. Rufen Sie im Zweifel sofort den Notruf.

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