12. August – Tag der Jugend

Der Internationale Tag der Jugend findet jährlich am 12. August statt. Er erinnert weltweit daran, wie wichtig junge Menschen für Gesellschaft, Politik und Zukunft sind – und welche Hindernisse sie dabei oft überwinden müssen.

Geschichte und Hintergrund

Der Ursprung des Aktionstags liegt in einem langen UN-Prozess. Bereits 1965 begann die Generalversammlung der Vereinten Nationen, sich aktiv für Jugendbelange einzusetzen. Im Jahr 1985 rief die UN das erste Internationale Jahr der Jugend aus. Zehn Jahre später verabschiedete die Generalversammlung das Weltaktionsprogramm für die Jugend – ein politischer Rahmen für nationale Maßnahmen und internationale Unterstützung.

Im August 1998 empfahl die Weltkonferenz der Jugendminister in Lissabon, einen festen internationalen Jugendtag einzuführen. Die UN-Generalversammlung folgte dieser Empfehlung und legte mit der Resolution 54/120 vom 17. Dezember 1999 den 12. August als Internationalen Tag der Jugend fest. Erstmals gefeiert wurde er am 12. August 2000.

Warum der 12. August wichtig ist

Weltweit sind mehr als 1,8 Milliarden Menschen zwischen 15 und 24 Jahren jung. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist unter 30 Jahre alt. Trotzdem sind junge Menschen in der Politik kaum vertreten: Nur rund 2 % aller Abgeordneten in nationalen Parlamenten sind jünger als 30 Jahre.

Der Aktionstag macht auf diese Diskrepanz aufmerksam. Gleichzeitig würdigt er das Potenzial junger Menschen als Treiber von Veränderung, Innovation und sozialem Wandel.

Herausforderungen junger Menschen weltweit

Viele Jugendliche kämpfen täglich gegen erhebliche Benachteiligungen:

  • Bildungsarmut: Rund 126 Millionen Jugendliche weltweit können weder lesen noch schreiben.
  • Klimawandel: Junge Menschen aus dem Globalen Süden spüren Dürren, Überschwemmungen und Extremwetter besonders stark.
  • Flucht und Vertreibung: Viele junge Menschen fliehen unbegleitet vor Krieg, Terror und Armut.
  • Politische Ausgrenzung: Selbst in stabilen Demokratien fehlen strukturelle Wege zur Mitbestimmung.

Bewegungen wie Fridays for Future zeigen, dass Jugendliche trotzdem aktiv Verantwortung übernehmen. Sie fordern Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und echte Mitgestaltung.

Themen und Mottos der vergangenen Jahre

Die Vereinten Nationen stellen den Internationalen Tag der Jugend jedes Jahr unter ein neues Motto. In der Vergangenheit standen folgende Schwerpunkte im Vordergrund:

  • Bildung und Beschäftigung junger Menschen
  • Folgen der Umweltzerstörung für nachkommende Generationen
  • Politische Gestaltungsmöglichkeiten junger Erwachsener
  • Generationensolidarität und nachhaltige Entwicklung

Das Motto 2022 lautete „Intergenerational Solidarity: Creating a World for All Ages“ – Solidarität zwischen den Generationen für eine Welt, die alle Altersgruppen einschließt.

Was Deutschland tut

Seit 2005 entsendet Deutschland jährlich zwei Jugenddelegierte zur Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Sie vertreten dort die Interessen junger Menschen und begleiten die offizielle deutsche Delegation. Auf EU-Ebene hat die Europäische Kommission im Dialog mit Jugendlichen elf Europäische Jugendziele erarbeitet, die in der EU-Jugendstrategie 2019–2027 verankert sind. Viele Gemeinden in Deutschland bieten zudem Jugendparlamente an, in denen sich junge Menschen aktiv einbringen können.

Wie du den Tag der Jugend mitgestalten kannst

Den Internationalen Tag der Jugend können alle mitgestalten – nicht nur junge Menschen selbst:

  • Lokale Jugendorganisationen und -projekte aktiv unterstützen
  • Jugendliche in Entscheidungsprozesse einbeziehen
  • Bildungs- und Hilfsorganisationen für junge Menschen weltweit fördern
  • Über soziale Medien mit dem Hashtag #InternationalYouthDay auf den Tag aufmerksam machen

Der 12. August ist mehr als ein Datum im Kalender. Er ist ein globaler Aufruf, junge Menschen zu hören, zu fördern und als gleichwertige Partner in der Gesellschaft anzuerkennen.

Nach oben scrollen