11. Februar – Tag des Notrufs 112

Drei Ziffern können Leben retten: Die 112 ist Europas einheitliche Notrufnummer – und der 11. Februar erinnert jedes Jahr daran, wie wichtig sie ist. Das Datum ist dabei kein Zufall, denn die Ziffernfolge 1-1-2 spiegelt sich direkt im Datum wider. Seit 2009 begehen die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten diesen Tag gemeinsam, um das Bewusstsein für die kostenlose Notrufnummer zu schärfen.

Geschichte der Notrufnummer 112 in Europa

Die Idee einer einheitlichen Notrufnummer für Europa reicht bis in die frühen 1990er-Jahre zurück. Im Jahr 1991 legte der Rat der Europäischen Union mit einer Richtlinie den Grundstein dafür, dass alle Mitgliedstaaten die 112 als gemeinsame Notrufnummer einführen mussten. Daher ist die Nummer heute in allen EU-Ländern verfügbar – unabhängig davon, ob man sich im Heimatland oder im Ausland befindet.

Der offizielle „Tag des Notrufs 112″ wurde 2009 von der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union ins Leben gerufen. Seitdem nutzen Behörden, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen diesen Tag, um mit Aktionen und Kampagnen über die 112 zu informieren.

Wann wähle ich die 112?

Die 112 ist für ernste Notfälle gedacht. Dazu zählen medizinische Notfälle, Brände, schwere Unfälle und andere Situationen, in denen sofortige Hilfe durch Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst erforderlich ist. In Deutschland gibt es daneben noch spezialisierte Nummern: Die 110 ist die Direktleitung zur Polizei, die 112 erreicht Feuerwehr und Rettungsdienst. Dennoch nimmt die 112 in Deutschland beide Einsatzbereiche entgegen und leitet den Anruf weiter.

Außerdem funktioniert die 112 auch ohne SIM-Karte und ohne Guthaben. Das ist besonders wichtig im Ausland oder in Situationen, in denen das eigene Handy gesperrt ist. Zudem wird der Anruf auch dann verbunden, wenn kein Netz des eigenen Anbieters verfügbar ist – das Gerät wählt automatisch das stärkste verfügbare Mobilfunknetz.

Die fünf W-Fragen im Notruf

Wer die 112 wählt, sollte ruhig bleiben und die sogenannten fünf W-Fragen beantworten. Diese helfen der Leitstelle, schnell und gezielt Hilfe zu schicken:

  • Wo ist der Notfall? – Genaue Adresse oder Ortsangabe
  • Was ist passiert? – Art des Notfalls beschreiben
  • Wie viele Personen sind betroffen?
  • Welche Verletzungen oder Beschwerden liegen vor?
  • Warten auf Rückfragen der Leitstelle

Besonders der letzte Punkt ist entscheidend: Niemals einfach auflegen! Die Leitstelle stellt oft noch gezielte Rückfragen, um die Einsatzkräfte optimal vorzubereiten. Dabei gibt der Disponent auch erste Anweisungen – zum Beispiel zur Ersten Hilfe.

112 in Europa – ein Land, eine Nummer

Ein großer Vorteil der 112 ist ihre europaweite Gültigkeit. Wer im EU-Ausland in einen Notfall gerät, wählt einfach dieselbe Nummer wie zu Hause. Das gilt nämlich nicht nur in den 27 EU-Staaten, sondern auch in vielen weiteren europäischen Ländern wie der Schweiz, Norwegen oder der Türkei. Insgesamt ist die 112 in über 80 Ländern weltweit als Notrufnummer anerkannt.

Deshalb ist es sinnvoll, die Nummer vor jeder Auslandsreise im Gedächtnis zu behalten – oder sie in der Familie zu besprechen, damit auch Kinder sie kennen. Studien zeigen, dass viele Menschen zwar den Begriff „Notruf“ kennen, aber im Ernstfall unsicher sind, welche Nummer sie tatsächlich wählen sollen.

Falsche Notrufe – ein unterschätztes Problem

Der Tag des Notrufs 112 macht auch auf ein ernstes Problem aufmerksam: Fehlalarme und absichtlich falsche Notrufe belasten Leitstellen und Rettungsdienste erheblich. In Deutschland gehen jährlich mehrere Millionen Anrufe bei der 112 ein – ein beträchtlicher Teil davon sind Fehlwahlen oder Anrufe, bei denen kein echter Notfall vorliegt. Das kostet Zeit und kann dazu führen, dass echte Notfallpatient:innen länger auf Hilfe warten müssen.

Daher gilt: Die 112 nur bei echten Notfällen wählen. Für nicht lebensbedrohliche Beschwerden steht der kassenärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 zur Verfügung.

Was du am Tag des Notrufs 112 tun kannst

Der 11. Februar ist ein guter Anlass, das Thema Erste Hilfe und Notruf in die Familie oder ins Unternehmen zu tragen. Viele Feuerwehren und Rettungsorganisationen bieten an diesem Tag Informationsveranstaltungen, Schnupperkurse in Erster Hilfe oder offene Türen in Rettungswachen an. Darüber hinaus lohnt es sich, den eigenen Erste-Hilfe-Kurs aufzufrischen – denn Wissen im Notfall rettet Leben.

Zudem ist der Tag eine Gelegenheit, Kindern die Bedeutung der 112 zu erklären. Schon Grundschulkinder können lernen, im Notfall ruhig zu bleiben, den Notruf zu wählen und die fünf W-Fragen zu beantworten. Das gibt ihnen Sicherheit – und kann im Ernstfall einen entscheidenden Unterschied machen.

Nach oben scrollen