10. September – Suizid-Präventionstag

Der Welttag der Suizidprävention findet jedes Jahr am 10. September statt. Weltweit setzen Organisationen, Fachleute und Einzelpersonen gemeinsam ein Zeichen gegen Suizid. Dieser Tag will das gesellschaftliche Schweigen brechen. Er macht auf ein Thema aufmerksam, das Millionen von Menschen direkt oder indirekt betrifft.

Was ist der Welttag der Suizidprävention?

Die International Association for Suicide Prevention (IASP) rief den Welttag der Suizidprävention im Jahr 2003 ins Leben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützte die Initiative von Anfang an. Seitdem findet er jedes Jahr am 10. September statt. Das Ziel ist klar: Suizid ist verhinderbar. Der Aktionstag soll Vorurteile abbauen und Betroffene sowie ihr soziales Umfeld stärken.

Jedes Jahr steht der Aktionstag unter einem anderen Motto. So lautete das Thema zuletzt „Creating Hope Through Action“ – auf Deutsch: Hoffnung durch Handeln schaffen. Dieses Motto bringt die Kernbotschaft auf den Punkt. Jeder Mensch kann etwas tun. Kleine Gesten der Fürsorge und offene Gespräche können im Leben anderer einen großen Unterschied machen.

Suizid in Deutschland: Zahlen und Fakten

Suizid ist in Deutschland ein ernstes öffentliches Gesundheitsproblem. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) starben im Jahr 2023 rund 10.300 Menschen durch Suizid. Das sind mehr als dreimal so viele Todesfälle wie durch Verkehrsunfälle. Jeder Suizid betrifft mindestens zehn nahestehende Personen direkt. Zudem gibt es in Deutschland jährlich weit über 100.000 Suizidversuche.

Besonders alarmierend ist die Lage bei jungen Menschen. Bei den 10- bis unter 25-Jährigen war Suizid im Jahr 2023 die häufigste Todesursache in Deutschland – noch vor Verkehrsunfällen und Krebs. Das zeigen aktuelle Daten von Destatis. Männer nehmen sich deutlich häufiger das Leben als Frauen. Im Jahr 2023 gingen rund 73 Prozent aller Suizide auf Männer zurück. Langfristig sank die Zahl der Suizide seit den 1980er Jahren um fast die Hälfte. Das zeigt: Prävention wirkt.

Auch weltweit ist Suizid ein massives Problem. Die WHO schätzt, dass jährlich rund 800.000 Menschen durch Suizid sterben. Das entspricht einem Suizid alle 40 Sekunden.

Ziele des Welttags der Suizidprävention

Der Welttag der Suizidprävention verfolgt mehrere konkrete Ziele:

  • Das gesellschaftliche Bewusstsein für Suizid als vermeidbares Problem schärfen
  • Stigmatisierung psychischer Erkrankungen und Suizidalität abbauen
  • Menschen in Krisen den Mut machen, Hilfe zu suchen und anzunehmen
  • Das soziale Umfeld von Betroffenen sensibilisieren und stärken
  • Fachleute, Organisationen und Politik zur Zusammenarbeit motivieren

An diesem Tag finden weltweit Gedenkveranstaltungen, Informationsabende und öffentliche Aktionen statt. In Deutschland beteiligen sich zahlreiche Beratungsstellen, Kliniken und Selbsthilfegruppen. Eine verbreitete Geste ist das Anzünden einer Kerze um 20 Uhr – als Zeichen der Solidarität mit Betroffenen und Hinterbliebenen.

Was kann jeder tun?

Suizidprävention ist keine reine Aufgabe für Fachleute. Jeder Mensch kann im Alltag dazu beitragen. Wer aufmerksam ist und das Gespräch sucht, kann Leben retten. Folgende Schritte helfen konkret:

  • Hinsehen und ansprechen: Wer sich Sorgen um eine Person macht, sollte das Gespräch nicht scheuen. Direkt auf Veränderungen im Verhalten anzusprechen ist keine Anstiftung – es kann helfen.
  • Zuhören ohne zu urteilen: Betroffene brauchen oft jemanden, der einfach zuhört. Das allein kann entlasten.
  • Informieren: Wer mehr über Warnsignale und Präventionsmöglichkeiten weiß, kann schneller reagieren.
  • Unterstützen: Organisationen der Suizidprävention freuen sich über Aufmerksamkeit, Spenden und ehrenamtliches Engagement.

Hilfe bei Suizidgedanken – kostenlose Anlaufstellen

Wer selbst in einer Krise steckt oder sich Sorgen um andere macht, findet in Deutschland mehrere kostenlose Anlaufstellen. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar:

  • Telefon: 0800 111 0 111 (kostenfrei, 24/7)
  • Telefon: 0800 111 0 222 (kostenfrei, 24/7)
  • Online-Beratung per Chat und E-Mail: www.telefonseelsorge.de

Weitere Anlaufstellen sind die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) und das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro). Beide bieten Informationen, Beratung und regionale Kontakte. Menschen in einer akuten Krise sollten sich außerdem an den Notruf 112 wenden.

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