10. Juni – Welttag des Gins

Welttag des Gins – das ist mehr als ein Anlass zum Anstoßen. Der 10. Juni ehrt eine Spirituose, die in den letzten Jahren eine beeindruckende Renaissance erlebt hat. Gin fasziniert mit botanischer Vielfalt, langer Geschichte und einer lebendigen Cocktailkultur. Dieser Aktionstag lädt dazu ein, tiefer in die Welt des Wacholdergeistes einzutauchen.

Was ist der Welttag des Gins?

Der Welttag des Gins ist international als World Gin Day bekannt. Neil Houston rief ihn 2009 in Großbritannien ins Leben. Seitdem findet er jährlich am zweiten Samstag im Juni statt. Bars, Destillerien und Gin-Fans weltweit feiern gemeinsam – mit Verkostungen, Events und Online-Aktionen. Der Tag verbindet Menschen über Ländergrenzen hinweg durch ihre Begeisterung für Gin.

Die Geschichte des Gins – vom Heilmittel zur Kultspirituose

Gin hat eine überraschend medizinische Herkunft. Im 17. Jahrhundert entwickelte der niederländische Arzt Franciscus Sylvius einen Wacholdergeist namens Jenever – als Heilmittel gegen Nierenbeschwerden. Englische Soldaten entdeckten das Getränk im Dreißigjährigen Krieg. Sie brachten es mit nach Großbritannien, wo es sich rasant verbreitete.

Das 18. Jahrhundert brachte die berüchtigte Gin-Krise. Billiger Gin floss in Massen, soziale Probleme eskalierten. Die britische Regierung reagierte mit Steuern und strengen Gesetzen. Aus dieser Regulierungswelle entstand schließlich der verfeinerte London Dry Gin – bis heute ein globaler Standard.

Heute erlebt Gin einen zweiten Frühling. Craft-Destillerien experimentieren weltweit mit regionalen Botanicals. Deutschland zählt inzwischen zu den bedeutendsten Gin-Produzenten in Europa.

Gin-Sorten: Eine Welt voller Stile

Gin ist nicht gleich Gin. Die Bandbreite der Stile überrascht selbst erfahrene Genießer. Das sind die wichtigsten Kategorien:

  • London Dry Gin: Der Klassiker schlechthin. Trocken, wacholderbetont, ohne künstliche Zusätze nach der Destillation.
  • Old Tom Gin: Leicht gesüßt, historisch zwischen Jenever und London Dry angesiedelt – ideal für klassische Cocktails.
  • Plymouth Gin: Nur aus Plymouth (England) stammend. Erdiger, weicher und weniger trocken im Charakter.
  • Contemporary Gin: Wacholder tritt in den Hintergrund. Fruchtige, florale oder exotische Botanicals dominieren den Geschmack.
  • Sloe Gin: Mit Schlehen mazeriert, eher likörartiger Charakter. Tief rubinrot und fruchtig-herb.
  • Navy Strength Gin: Mindestens 57 % Alkohol. Intensiv, kraftvoll und für echte Kenner.

Die wichtigsten Botanicals im Gin

Jeder Gin braucht Wacholderbeeren – das schreibt das europäische Lebensmittelrecht vor. Darüber hinaus kombinieren Destillerien Dutzende weiterer Pflanzen zu einem unverwechselbaren Profil:

  • Wacholderbeeren: Das Herzstück. Harzige, würzige Grundnote – unverzichtbar.
  • Koriandersamen: Das zweithäufigste Botanical. Frisch, leicht zitrusartig.
  • Angelikawurzel: Erdig und leicht bitter. Sie verbindet die Aromen geschmeidig.
  • Zitrusschalen: Bergamotte, Zitrone oder Orange sorgen für Frische und Lebendigkeit.
  • Kardamom & Zimt: Würzig-exotisch, typisch für moderne Craft-Stile.
  • Lavendel & Rosenblüten: Florale Eleganz für zeitgenössische Gins.

Einige Destillerien verwenden über 40 verschiedene Botanicals in einem einzigen Gin – ein echter Beweis für handwerkliche Kreativität.

Klassische Gin-Cocktails zum Ausprobieren

Gin eignet sich hervorragend als Basis für Cocktails. Diese fünf Klassiker gehören zum absoluten Pflichtprogramm:

  • Gin & Tonic: Gin, Tonic Water, Eis und eine Gurkenscheibe. Simpel, erfrischend, unschlagbar.
  • Dry Martini: Gin mit einem Hauch trockenem Wermut, garniert mit Olive oder Zitronenzeste.
  • Negroni: Gin, Campari und roter Wermut zu gleichen Teilen. Bitter, komplex und legendär.
  • Tom Collins: Gin, Zitronensaft, Zuckersirup und Sodawasser. Leicht und fruchtig.
  • Aviation: Gin, Maraschino-Likör, Crème de Violette und Zitronensaft. Floral und elegant.

So feierst du den Welttag des Gins

Den Welttag des Gins kann man auf viele kreative Arten begehen. Hier sind bewährte Ideen:

  • Gin-Tasting zuhause: Drei bis fünf verschiedene Gins nebeneinander verkosten – pur oder mit Tonic Water.
  • Destillerie besuchen: Viele Craft-Destillerien bieten an diesem Tag Führungen und exklusive Verkostungen an.
  • Cocktail-Abend mit Freunden: Gemeinsam Klassiker mixen und eigene Rezepte ausprobieren.
  • Online mitfeiern: Den Hashtag #WorldGinDay auf Social Media verfolgen und neue Empfehlungen entdecken.

Genuss und Verantwortung gehören dabei zusammen. Der Welttag des Gins dreht sich um Qualität, Vielfalt und den bewussten Umgang mit einer außergewöhnlichen Spirituose.

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