28. Juli – Welt-Hepatitis-Tag

Hepatitis zählt zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt – und bleibt dennoch für viele Menschen unsichtbar. Der Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli macht jedes Jahr auf diese stille Bedrohung aufmerksam. Er ruft dazu auf, mehr zu testen, besser aufzuklären und die Krankheit endlich ernstzunehmen.

Was ist Hepatitis?

Hepatitis bedeutet Leberentzündung. Auslöser können Viren, Alkohol, Medikamente oder Autoimmunprozesse sein. Die gefährlichsten Formen sind virusbedingt: Hepatitis A, B, C, D und E. Jede Variante hat andere Ansteckungswege, einen anderen Krankheitsverlauf und andere Behandlungsmöglichkeiten.

Hepatitis A überträgt sich über kontaminiertes Wasser und Lebensmittel. Die Erkrankung heilt in den meisten Fällen von selbst aus. Hepatitis B und C hingegen können chronisch werden. Chronische Infektionen schädigen die Leber über Jahre hinweg, oft ohne spürbare Symptome. Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs drohen. Hepatitis D tritt nur gemeinsam mit Hepatitis B auf. Hepatitis E verbreitet sich ebenfalls über verunreinigte Nahrung und Wasser.

Besonders tückisch: Viele Betroffene wissen jahrelang nichts von ihrer Infektion. Das Virus arbeitet im Verborgenen und zerstört das Lebergewebe langsam. Deshalb ist frühes Testen so entscheidend.

Geschichte des Welt-Hepatitis-Tages

Der Welt-Hepatitis-Tag geht auf die Initiative der World Hepatitis Alliance zurück. Diese Organisation rief den Aktionstag im Jahr 2008 ins Leben – zunächst am 19. Mai. Im Mai 2010 erkannte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Tag offiziell als internationalen Gesundheitstag an. Seit 2011 findet er am 28. Juli statt.

Dieses Datum ist kein Zufall. Es ehrt den amerikanischen Mediziner und Nobelpreisträger Baruch Samuel Blumberg, der am 28. Juli 1925 geboren wurde. In Deutschland koordiniert die Deutsche Leberhilfe e.V. den Aktionstag und informiert die Öffentlichkeit mit Kampagnen und Veranstaltungen.

Baruch Samuel Blumberg – Der Pionier der Hepatitis-Forschung

Baruch Samuel Blumberg entdeckte 1965 das sogenannte Australia-Antigen – ein Protein des Hepatitis-B-Virus. Diese Entdeckung war ein medizinischer Durchbruch. Auf ihrer Basis entwickelte er 1969 den ersten Impfstoff gegen Hepatitis B. Die Wissenschaft ehrte seine Leistung 1976 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Blumberg starb im April 2011. Wenig später beschloss die WHO, den Welt-Hepatitis-Tag zu seinem Gedächtnis auf seinen Geburtstag zu verlegen. So verbindet das Datum wissenschaftliche Geschichte mit globalem Engagement.

Hepatitis weltweit – Zahlen und Fakten

Die Dimensionen der Krankheit sind erschreckend. Laut WHO-Angaben aus Juli 2025 leben weltweit 254 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B und 50 Millionen mit chronischer Hepatitis C. Jedes Jahr kommt es zu rund 1,2 Millionen neuen Hepatitis-B-Infektionen und etwa einer Million neuer Hepatitis-C-Fälle.

Weltweit stirbt alle 40 Sekunden ein Mensch an den Folgen von Hepatitis B oder C. Das ergibt über eine Million Todesfälle pro Jahr. Besonders tragisch: Die meisten davon wären vermeidbar.

Auch Deutschland ist betroffen. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass rund eine halbe Million Menschen hierzulande an einer Virus-Hepatitis leiden. Viele von ihnen wissen es nicht. Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben Anspruch auf einen einmaligen Hepatitis-B- und -C-Test im Rahmen des Gesundheits-Check-ups – ein Angebot, das mehr Menschen nutzen sollten.

Schutz und Behandlung – Was hilft wirklich?

Die gute Nachricht: Gegen Hepatitis A und B gibt es wirksame Impfstoffe. Die Hepatitis-B-Impfung gehört in Deutschland zu den Standardimpfungen im Säuglingsalter. Sie schützt lebenslang und verhindert gleichzeitig eine Infektion mit dem gefährlichen Hepatitis-D-Virus, das nur zusammen mit Hepatitis B auftreten kann.

Gegen Hepatitis C existiert bislang kein Impfstoff. Allerdings lässt sich die Krankheit heute mit modernen Medikamenten in den meisten Fällen vollständig heilen. Voraussetzung ist eine rechtzeitige Diagnose. Chronische Hepatitis-B-Infektionen lassen sich durch antivirale Medikamente wirksam unterdrücken, auch wenn eine vollständige Heilung bisher nur selten möglich ist.

Für Hepatitis A und E gilt: Sorgfältiger Umgang mit Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser schützt wirksam vor einer Ansteckung. Wer in Risikogebiete reist, sollte sich rechtzeitig impfen lassen.

So kannst du den Welt-Hepatitis-Tag unterstützen

Der Welt-Hepatitis-Tag lebt vom persönlichen Engagement. Jeder kann etwas tun: Informiere dich über Übertragungswege, Symptome und Schutzmöglichkeiten. Sprich offen über das Thema – denn Stigmatisierung hält viele Betroffene davon ab, Hilfe zu suchen. Nutze den Gesundheits-Check beim Arzt und lass dich auf Hepatitis testen, falls du es noch nicht getan hast.

Organisationen wie die Deutsche Leberhilfe e.V. und die World Hepatitis Alliance bieten umfangreiches Informationsmaterial an. Rund um den 28. Juli finden weltweit Aktionen statt: Informationsstände, Aufklärungskampagnen und kostenlose Testangebote. Das gemeinsame Ziel lautet: Hepatitis bis 2030 global einzudämmen – so hat es die WHO in ihrer Agenda für nachhaltige Entwicklung verankert.

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