10. Mai – Tag gegen Schlaganfall

Am 10. Mai erinnert der Tag gegen Schlaganfall jedes Jahr daran, wie plötzlich und folgenreich diese Erkrankung das Leben verändern kann. Der Aktionstag wurde 1998 von der World Stroke Organization (WSO) ins Leben gerufen und hat seitdem weltweit an Bedeutung gewonnen. Ziel ist es, Aufklärung zu fördern, Risikofaktoren bekannt zu machen und Menschen zu ermutigen, frühzeitig zu handeln.

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall entsteht, wenn die Blutversorgung eines Teils des Gehirns plötzlich unterbrochen wird. Das kann durch ein verstopftes Blutgefäß (ischämischer Schlaganfall, ca. 80 % der Fälle) oder durch eine Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall) passieren. Ohne ausreichende Sauerstoffversorgung beginnt Hirngewebe innerhalb von Minuten abzusterben. Jede Minute zählt – deshalb ist schnelles Handeln entscheidend für das Überleben und die Chance auf Erholung.

Schlaganfall in Zahlen – wie verbreitet ist die Erkrankung?

Der Tag gegen Schlaganfall rückt ins Bewusstsein, wie häufig diese Erkrankung vorkommt. Weltweit erleiden jährlich rund 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall. Allein in Deutschland trifft es jedes Jahr etwa 270.000 Menschen – das entspricht einem Schlaganfall alle zwei Minuten. Schlaganfälle zählen hierzulande zu den häufigsten Ursachen für dauerhafte Behinderung und sind die dritthäufigste Todesursache. Besonders alarmierend: Immer mehr jüngere Menschen unter 55 Jahren sind betroffen.

Woran erkennt man einen Schlaganfall? Die FAST-Regel

Beim Tag gegen Schlaganfall spielt die Aufklärung über Warnsignale eine zentrale Rolle. Die international bekannte FAST-Regel hilft dabei, einen Schlaganfall schnell zu erkennen:

  • F – Face (Gesicht): Hängt ein Mundwinkel herab oder ist das Gesicht einseitig gelähmt?
  • A – Arms (Arme): Kann die Person beide Arme heben? Sinkt ein Arm unkontrolliert ab?
  • S – Speech (Sprache): Ist die Sprache verwaschen, unverständlich oder fehlen plötzlich die Worte?
  • T – Time (Zeit): Sofort den Notruf 112 wählen – jede Minute ohne Behandlung kann bleibende Schäden verursachen.

Neben diesen klassischen Zeichen können auch plötzliche starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel oder Taubheitsgefühle in Armen und Beinen auf einen Schlaganfall hinweisen.

Risikofaktoren – was begünstigt einen Schlaganfall?

Ein wichtiges Anliegen des Tags gegen Schlaganfall ist die Prävention. Viele Risikofaktoren lassen sich durch einen bewussten Lebensstil beeinflussen. Zu den häufigsten zählen:

  • Bluthochdruck – der größte vermeidbare Risikofaktor
  • Vorhofflimmern – eine Herzrhythmusstörung, die Blutgerinnsel begünstigt
  • Diabetes mellitus und erhöhte Blutfettwerte
  • Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
  • Übergewicht und Bewegungsmangel

Regelmäßige Arztbesuche, eine ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität und das Vermeiden von Stress können das Schlaganfallrisiko deutlich senken.

Leben nach dem Schlaganfall – Rehabilitation und Unterstützung

Viele Überlebende eines Schlaganfalls sind auf langwierige Rehabilitation angewiesen. Je nach betroffenem Hirnbereich können Lähmungen, Sprach- oder Gedächtnisschwierigkeiten sowie Einschränkungen im Alltag zurückbleiben. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sind wichtige Säulen der Nachsorge. Organisationen wie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe bieten Betroffenen und Angehörigen Beratung, Selbsthilfegruppen und weiterführende Informationen an.

Was passiert am Tag gegen Schlaganfall?

Rund um den 10. Mai finden in Deutschland und weltweit zahlreiche Aktionen statt: Informationsveranstaltungen in Kliniken und Apotheken, öffentliche Aufklärungskampagnen, Social-Media-Aktionen unter dem Hashtag #TagGegenSchlaganfall sowie Spendenaktionen für Forschung und Prävention. Gesundheitseinrichtungen bieten teils kostenlose Blutdruckmessungen und Beratungsgespräche an – eine gute Gelegenheit, die eigene Gesundheit zu überprüfen.

So kannst du den Tag gegen Schlaganfall unterstützen

Engagement beginnt im Kleinen. Teile Informationen über Schlaganfall-Warnsignale in deinem Umfeld, sprich mit älteren Angehörigen über Risikofaktoren oder unterstütze gemeinnützige Organisationen wie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mit einer Spende. Wissen kann Leben retten – gerade in den ersten Minuten nach einem Schlaganfall.

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