6. Oktober – Deutsch-amerikanischer Tag

Deutsch-Amerikanischer Tag — dieser Gedenktag wird jährlich am 6. Oktober in den USA begangen. Er verbindet zwei Nationen mit einer über 340 Jahre alten gemeinsamen Geschichte und ehrt den Beitrag deutscher Einwanderer zur Entwicklung der Vereinigten Staaten.

Warum der 6. Oktober? Der historische Ursprung

Der Ursprung des Aktionstages liegt im Jahr 1683. Damals machten sich 13 Familien aus Krefeld — in der heutigen Nähe von Düsseldorf — auf den Weg über den Atlantik. Unter der Führung des deutschen Predigers Franz Daniel Pastorius kamen sie am 6. Oktober 1683 in Philadelphia an. Sie gründeten dort die Siedlung Germantown, die heute ein Stadtteil von Philadelphia ist. Germantown gilt als erste deutsche Siedlung auf dem Gebiet der heutigen USA. Bemerkenswert ist zudem: Diese Gemeinde war die erste in Amerika, die sich offiziell gegen die Sklaverei aussprach.

Geschichte des Deutsch-Amerikanischen Tages

Die Tradition, diesen Tag zu feiern, entstand bereits im 19. Jahrhundert. Deutsche Einwanderer und ihre Nachfahren begingen ihn als Zeichen ihrer Verbundenheit mit der neuen Heimat. Mit dem Ersten Weltkrieg und der damals verbreiteten antiamerikanischen Stimmung verschwand der Brauch jedoch vollständig.

Erst im Jahr 1983 erlebte der Aktionstag seine Wiedergeburt. US-Präsident Ronald Reagan rief den 6. Oktober offiziell zum German-American Day aus — anlässlich des 300. Jahrestages der deutschen Einwanderung. Damit anerkannte er erstmals die kulturelle und historische Bedeutung der Deutschamerikaner auf politischer Ebene.

Vier Jahre später, am 6. August 1987, verabschiedete der US-Kongress eine Resolution zur gesetzlichen Verankerung des Tages. Reagan unterzeichnete das Gesetz am 18. August 1987. Die feierliche Proklamation folgte schließlich am 2. Oktober 1987 im Rose Garden des Weißen Hauses. Seitdem hat jeder amtierende US-Präsident den Deutsch-Amerikanischer Tag jährlich offiziell proklamiert.

Deutsche Wurzeln in Amerika — eine beeindruckende Bilanz

Deutschstämmige Amerikaner zählen heute zur größten ethnischen Bevölkerungsgruppe in den USA. Rund 40 bis 50 Millionen US-Bürger gaben bei Volkszählungen deutsche Vorfahren an. Damit übertreffen sie sogar die Zahl der Irisch- oder Italienischstämmigen. Ihr Einfluss zeigt sich in nahezu allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Bekannte Deutsch-Amerikaner sind unter anderem:

  • Albert Einstein – Physiker und Nobelpreisträger
  • Dwight D. Eisenhower – Kriegsheld und 34. US-Präsident
  • Marlene Dietrich – Weltstar des Films und der Musik
  • John D. Rockefeller – Industriepionier und Philanthrop
  • Henry Kissinger – Außenminister und Friedensnobelpreisträger
  • Babe Ruth – Baseball-Legende mit deutschen Wurzeln

Diese Menschen prägten die USA in Wissenschaft, Politik, Kultur, Sport und Wirtschaft nachhaltig. Ihre Geschichten stehen stellvertretend für Millionen weiterer Einwanderer, die ihren Beitrag zur amerikanischen Gesellschaft leisteten.

Was passiert am Deutsch-Amerikanischen Tag?

Rund um den 6. Oktober finden in vielen amerikanischen Städten Veranstaltungen statt. Konzerte mit traditioneller und moderner Musik, Ausstellungen zur Einwanderungsgeschichte sowie kulinarische Festivals gehören zum festen Programm. Besonders beliebt sind Events, die den Deutsch-Amerikanischer Tag mit dem Oktoberfest verbinden. Kulturzentren, Schulen und Vereine nutzen den Tag außerdem als Anlass für Bildungsveranstaltungen über die gemeinsame Geschichte.

So kann man den Deutsch-Amerikanischen Tag begehen

  • Die Geschichte der deutschen Einwanderung in die USA erkunden
  • Dokumentationen oder Bücher über berühmte Deutsch-Amerikaner entdecken
  • Deutsch-amerikanische Kulturzentren oder Vereine besuchen
  • Veranstaltungen zum German-American Day in der eigenen Region suchen
  • Deutsch-amerikanische Partnerorganisationen unterstützen

Deutsch-amerikanische Beziehungen heute

Deutschland und die USA pflegen heute eine enge politische, wirtschaftliche und kulturelle Partnerschaft. Beide Länder sind wichtige NATO-Partner und zählen zu den führenden Handelsnationen weltweit. Daher ist der Deutsch-Amerikanischer Tag mehr als ein Blick zurück in die Geschichte. Er lädt aktiv dazu ein, eine lebendige Freundschaft weiterzutragen — eine Freundschaft, deren Wurzeln bis ins Jahr 1683 reichen.

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