Der 28. April steht weltweit im Zeichen der Arbeitssicherheit: Als Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz macht er auf eines der drängendsten Themen der modernen Arbeitswelt aufmerksam. Millionen Menschen leiden jährlich unter arbeitsbedingten Erkrankungen oder werden Opfer von Arbeitsunfällen – dabei wären viele dieser Fälle vermeidbar.
Geschichte und Hintergrund
Der Aktionstag wurde 1984 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ins Leben gerufen. Die ILO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und setzt sich weltweit für menschenwürdige Arbeitsbedingungen ein. Der 28. April wurde bewusst gewählt: An diesem Tag erinnert die internationale Gewerkschaftsbewegung seit den 1990er-Jahren auch an die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.
Seit 2003 koordiniert die ILO am 28. April jährlich globale Kampagnen zu wechselnden Schwerpunktthemen – von psychischer Gesundheit über chemische Gefährdungen bis hin zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Arbeitswelt.
Warum Gesundheit am Arbeitsplatz so wichtig ist
Laut ILO sterben jährlich rund 2,9 Millionen Menschen weltweit an den Folgen von Arbeitsunfällen oder berufsbedingten Erkrankungen. Weitere 374 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erleiden nicht tödliche Verletzungen oder erkranken arbeitsbedingt. Die wirtschaftlichen Kosten dieser Unfälle und Erkrankungen belaufen sich auf schätzungsweise 4 % des globalen Bruttoinlandsprodukts.
Häufige arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken sind:
- Muskel-Skelett-Erkrankungen durch falsche Ergonomie oder schweres Heben
- Psychische Belastungen wie Stress, Burnout und Mobbing
- Atemwegserkrankungen durch Staub, Gase oder chemische Substanzen
- Lärmschwerhörigkeit in der Industrie und im Handwerk
- Unfälle durch mangelnde Schutzausrüstung oder unzureichende Sicherheitsmaßnahmen
Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in Deutschland
In Deutschland ist der Arbeitsschutz gesetzlich streng geregelt. Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet Arbeitgeber dazu, Gefährdungen systematisch zu beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Unterstützt werden Unternehmen dabei von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), den Berufsgenossenschaften sowie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).
Obwohl die Unfallzahlen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken sind, bleibt der Bereich der psychischen Erkrankungen eine wachsende Herausforderung: Burnout, Depressionen und Angststörungen gehören mittlerweile zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen und Frühverrentungen.
Was du am 28. April tun kannst
Der Weltaktionstag ist ein guter Anlass, aktiv zu werden – egal ob als Arbeitgeber, Arbeitnehmer oder einfach als Mensch, dem gute Arbeitsbedingungen wichtig sind:
- Informiere dich über deine Rechte und Pflichten im Bereich Arbeitsschutz
- Sprich deinen Arbeitgeber oder Betriebsrat auf Verbesserungen am Arbeitsplatz an
- Nimm an Informationsveranstaltungen, Webinaren oder Workshops teil
- Teile Informationen über den Aktionstag in sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #SafeDay
- Unterstütze Organisationen, die sich für faire und sichere Arbeitsbedingungen einsetzen
Fazit: Sichere Arbeit ist ein Menschenrecht
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind keine Luxus – sie sind ein grundlegendes Menschenrecht. Der 28. April erinnert uns daran, dass wir alle – Unternehmen, Gewerkschaften, Politik und jeder Einzelne – Verantwortung tragen. Denn wer gesund arbeitet, lebt besser. Und wer sicher arbeitet, lebt länger.