22. September – Welttag des Meeres

Der Welttag des Meeres findet jedes Jahr am 22. September statt. Er ruft weltweit dazu auf, die Bedeutung der Ozeane für Mensch, Klima und Natur ins Bewusstsein zu rücken. Unsere Weltmeere stehen heute unter enormem Druck. Deshalb ist dieser Aktionstag ein wichtiger Anlass zum Umdenken – und zum Handeln.

Was ist der Welttag des Meeres?

Der Welttag des Meeres am 22. September geht auf die Initiative der International Maritime Organization (IMO) zurück. Die IMO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in London. Sie hat den 22. September als internationalen Gedenktag für die Bedeutung der Meere etabliert. Darüber hinaus gibt es seit 2009 den UN-Welttag der Ozeane am 8. Juni – beide Tage ergänzen sich in ihrem Anliegen. Gemeinsam lenken sie die globale Aufmerksamkeit auf die ökologischen und wirtschaftlichen Funktionen der Weltmeere.

Warum sind gesunde Ozeane so wichtig?

Die Ozeane bedecken rund 71 % der Erdoberfläche. Sie enthalten etwa 97 % des gesamten Wassers auf unserem Planeten. Außerdem produzieren die Meere rund 50 % des Sauerstoffs in unserer Atmosphäre. Damit sind sie die größte „grüne Lunge“ der Erde. Zudem absorbieren sie etwa 30 % des vom Menschen erzeugten Kohlendioxids. So bremsen sie den Klimawandel – zumindest teilweise.

Darüber hinaus sind die Weltmeere eine unverzichtbare Nahrungsquelle. Mehr als 2,6 Milliarden Menschen weltweit beziehen ihren wichtigsten Anteil an tierischem Eiweiß aus dem Meer. Bisher haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fast 200.000 Meeresarten identifiziert. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch erheblich höher liegen.

Die größten Bedrohungen für die Weltmeere

Trotz ihrer enormen Bedeutung sind die Ozeane stark gefährdet. Folgende Bedrohungen stehen dabei besonders im Fokus:

  • Plastikverschmutzung: Jedes Jahr gelangen Millionen Tonnen Plastikmüll ins Meer. Dieser zersetzt sich zu Mikroplastik und schadet der Meeresökologie dauerhaft.
  • Überfischung: Viele Fischbestände sind bereits biologisch erschöpft. Das gefährdet ganze marine Ökosysteme.
  • Klimawandel und Erwärmung: Steigende Wassertemperaturen und die Versauerung der Ozeane bedrohen Korallen, Plankton und viele weitere Arten.
  • Verlust mariner Wildnis: Lediglich rund 13 % der Ozeane gelten heute noch als ökologisch intakte marine Wildnis.

Was kannst du am Welttag des Meeres tun?

Auch im Alltag lassen sich konkrete Dinge tun, um die Meere zu schützen. Hier sind einige Möglichkeiten:

  • Verzichte auf Einwegplastik und nutze wiederverwendbare Alternativen.
  • Kaufe Fisch und Meeresfrüchte mit nachhaltigem Siegel – zum Beispiel mit dem MSC-Label.
  • Unterstütze Organisationen wie die Deutsche Stiftung Meeresschutz oder den WWF.
  • Informiere dich über das UN-Nachhaltigkeitsziel 14: „Leben unter Wasser“.
  • Nimm an Strandreinigungs- oder Aufklärungsaktionen in deiner Nähe teil.

Außerdem finden rund um den 22. September weltweit Veranstaltungen, Vorträge und Bildungsprogramme statt. Viele davon sind öffentlich und kostenlos zugänglich.

Meeresschutz als globale Aufgabe

Der Schutz der Ozeane ist keine Aufgabe für Einzelpersonen allein. Auch Politik und Wirtschaft tragen Verantwortung. Im September 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Agenda 2030 mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung. Ziel 14 lautet: „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.“ Zudem gibt es internationale Abkommen wie das BBNJ-Hochseeschutzabkommen, das neue Meeresschutzgebiete auf der Hohen See ermöglichen soll. Allerdings haben bisher nur wenige Staaten dieses Abkommen ratifiziert.

Der Welttag des Meeres am 22. September erinnert uns jedes Jahr aufs Neue: Die Weltmeere brauchen unsere Aufmerksamkeit und unseren Schutz. Denn ohne gesunde Ozeane gibt es kein gesundes Leben auf der Erde.

Nach oben scrollen