Tag gegen Verbrechen an Journalisten – so heißt der Gedenktag am 2. November. Offiziell trägt er den Namen „Internationaler Tag zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten“. Die Vereinten Nationen riefen ihn 2013 mit der Resolution 68/163 ins Leben. Seitdem erinnert er jährlich daran, dass Pressefreiheit weltweit unter Druck steht. Zudem fordert er Regierungen auf, Verbrechen an Medienschaffenden konsequent zu verfolgen.
Wie entstand dieser Welttag?
Das Datum ist kein Zufall. Es erinnert an die Ermordung zweier französischer Journalisten in Mali. Ghislaine Dupont und Claude Verlon arbeiteten für Radio France Internationale (RFI). Beide wurden am 2. November 2013 bei ihrer Berichterstattung getötet. Ihre Ermordung erschütterte die internationale Mediengemeinschaft zutiefst. Daraufhin verabschiedete die 68. UN-Generalversammlung noch im Dezember 2013 die Resolution 68/163. Sie erklärte den 2. November offiziell zum Welttag. Außerdem forderte die Resolution alle Mitgliedstaaten auf, konkrete Maßnahmen gegen Straflosigkeit zu ergreifen.
Warum ist Pressefreiheit so bedroht?
Journalisten riskieren täglich ihr Leben. Sie berichten über Korruption, Menschenrechtsverletzungen und bewaffnete Konflikte. Genau das macht sie zum Ziel von Gewalt und politischer Verfolgung. Dabei sterben Medienschaffende heute häufiger außerhalb von Konfliktzonen als in ihnen. Laut UNESCO kommen viele Journalisten wegen ihrer Berichte über organisierte Kriminalität ums Leben. Hinzu kommen Verhaftungen, Entführungen und gezielte Online-Drohungen.
Besonders erschreckend ist die Straflosigkeit: Fast neun von zehn Morden an Journalisten bleiben laut UNESCO ohne gerichtliche Aufklärung. Diese Straflosigkeit erzeugt ein Klima der Einschüchterung. Journalisten zensieren sich deshalb selbst. Missstände bleiben dadurch im Verborgenen – und die Gesellschaft bleibt uninformiert.
Was sagen die aktuellen Zahlen?
Laut Reporter ohne Grenzen (RSF) wurden 2023 weltweit 45 Medienschaffende bei der Ausübung ihrer Tätigkeit getötet. Im Jahr 2024 stieg diese Zahl wieder auf 54 an. Die UNESCO erfasste für 2022 und 2023 zusammen 162 getötete Journalisten, Medienschaffende und Online-Autoren. Das entspricht statistisch einem Todesfall alle vier Tage. Der tödlichste Ort war 2023 das palästinensische Gebiet – allein im letzten Quartal des Jahres starben dort 16 Medienschaffende. Mexiko zählt seit Jahren zu den gefährlichsten Ländern, vor allem wegen der organisierten Kriminalität. Zudem saßen 2024 laut RSF weltweit 550 Medienschaffende in Haft – so viele wie nie zuvor.
Was passiert am Tag gegen Verbrechen an Journalisten?
Die UNESCO koordiniert an diesem Tag weltweite Bewusstseinskampagnen. Sie veröffentlicht zudem ihren zweijährlichen Bericht zur Sicherheit von Journalisten und zur Gefahr der Straflosigkeit. Organisationen wie Reporter ohne Grenzen und das Committee to Protect Journalists (CPJ) nutzen den Tag aktiv. Beide benennen konkrete Fälle verfolgter und inhaftierter Medienschaffender. Außerdem rufen sie Regierungen dazu auf, laufende Ermittlungen zu Morden voranzutreiben. Das IFEX-Netzwerk betreibt ganzjährig die „No Impunity Campaign“ und setzt sich für strafrechtliche Konsequenzen ein.
So kannst du den Tag unterstützen
Es gibt viele Möglichkeiten, aktiv zu werden:
- Informieren: Lies Berichte von Reporter ohne Grenzen oder CPJ zu aktuellen Fällen verfolgter Journalisten.
- Teilen: Verbreite die Botschaft auf sozialen Netzwerken – zum Beispiel mit dem Hashtag #IDEI.
- Spenden: Unterstütze Organisationen, die bedrohte oder inhaftierte Medienschaffende schützen.
- Diskutieren: Sprich in deinem Umfeld über die Bedeutung freier Presse für Demokratie und Rechtsstaat.
Pressefreiheit ist kein Selbstläufer. Tag gegen Verbrechen an Journalisten erinnert uns daran, wie wichtig unabhängige Berichterstattung für jede demokratische Gesellschaft ist. Nur wenn Medienschaffende sicher arbeiten können, bleibt die Öffentlichkeit wirklich informiert. Deshalb braucht dieser Gedenktag unsere Aufmerksamkeit – und unser Engagement.