Der Welthospiztag erinnert uns jedes Jahr daran, dass würdevolles Sterben kein Privileg sein darf. Der Aktionstag findet jährlich am zweiten Samstag im Oktober statt. Dabei rückt er ein Thema in den Mittelpunkt, das viele Menschen lieber verdrängen: das Leben am Ende.
Was ist der Welthospiztag?
Der Welthospiztag ist ein internationaler Gedenk- und Aktionstag für Hospiz- und Palliativversorgung. Die Worldwide Hospice Palliative Care Alliance (WHPCA) initiierte ihn erstmals im Jahr 2005. Seitdem wächst die Bewegung stetig. Weltweit beteiligen sich heute Tausende Organisationen und Ehrenamtliche an dem Tag. Außerdem unterstützt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Aktionstag ausdrücklich.
Ziel des Tages ist es, tabuisierte Themen wie Tod, Sterben und Trauer in die gesellschaftliche Mitte zu rücken. Gleichzeitig soll er das Bewusstsein für professionelle und ehrenamtliche Hospizarbeit stärken.
Geschichte: So entstand der Welthospiztag
Die Wurzeln des Welthospiztags reichen bis in die 1980er Jahre zurück. Damals organisierte das Princess Alice Hospice in London spontan ein Konzert vor seinen Toren. Ziel war es, auf die Arbeit des Hauses aufmerksam zu machen. Daraus entwickelte sich schließlich eine weltweite Bewegung. Die WHPCA rief den offiziellen Welthospiztag dann 2005 ins Leben.
Alle zwei Jahre begleitet die Aktion „Voices for Hospices“ den Tag. Dabei finden gleichzeitig Konzerte in über 80 Ländern statt. Diese Welle aus Musik und Solidarität symbolisiert die globale Hospizbewegung eindrucksvoll.
Welthospiztag in Deutschland
In Deutschland koordiniert der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) die Aktionen zum Welthospiztag. Lokale Hospize, Palliativstationen und Ehrenamtsgruppen gestalten eigene Veranstaltungen. Dazu zählen Tage der offenen Tür, Lesungen, Konzerte und Gottesdienste. Jedes Jahr veröffentlicht der DHPV außerdem ein offizielles Motto. 2025 lautete es „Hospiz – Heimat für alle“.
Auch der Deutsche Hospiztag ist in diesem Zusammenhang wichtig. Er findet jährlich am 14. Oktober statt und wurde vom DHPV bereits im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Viele Einrichtungen verbinden beide Tage heute miteinander.
Die Versorgungslandschaft in Deutschland ist beachtlich. Laut DHPV gibt es hierzulande rund 1.500 ambulante Hospizdienste und 260 stationäre Hospize für Erwachsene. Hinzu kommen 21 stationäre Hospize für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie rund 350 Palliativstationen in Krankenhäusern. Diese Zahlen zeigen, wie weit die Hospizbewegung in Deutschland bereits verankert ist.
Was bedeutet Hospiz- und Palliativversorgung?
Palliativversorgung zielt nicht auf Heilung ab. Stattdessen steht die Verbesserung der Lebensqualität im Mittelpunkt — durch Schmerzlinderung, psychosoziale Begleitung und emotionale Unterstützung. Hospizversorgung ist eine besondere Form davon. Sie setzt ein, wenn Heilung nicht mehr möglich ist, und begleitet Menschen würdevoll in ihrer letzten Lebensphase.
Beide Bereiche überschneiden sich stark. Deshalb spricht man häufig zusammen von „Hospiz- und Palliativversorgung“. Dabei geht es nicht nur um Medizin. Auch spirituelle Bedürfnisse, familiäre Begleitung und ein selbstbestimmtes Lebensende spielen eine zentrale Rolle.
So kannst du den Welthospiztag unterstützen
Den Welthospiztag aktiv mitzugestalten ist einfacher, als viele denken. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren:
- Informiere dich über Hospizangebote in deiner Region.
- Besuche eine Veranstaltung eines lokalen Hospizdienstes zum Aktionstag.
- Engagiere dich ehrenamtlich in der Hospiz- oder Palliativarbeit.
- Spende für gemeinnützige Hospizorganisationen wie den DHPV.
- Sprich offen mit deinen Angehörigen über Sterben und Vorsorge.
Jeder Beitrag zählt. Denn der Welthospiztag lebt von gesellschaftlichem Engagement und offenen Gesprächen über ein Thema, das uns alle betrifft.