12. Oktober – Welttag des Sehens

Welttag des Sehens – jedes Jahr am zweiten Donnerstag im Oktober richtet die Welt ihren Blick auf eines der wichtigsten Sinnesorgane des Menschen: die Augen. Dieser internationale Aktionstag macht auf Sehbehinderungen, vermeidbare Blindheit und die Bedeutung guter Augengesundheit aufmerksam.

Was ist der Welttag des Sehens?

Der Welttag des Sehens – englisch: World Sight Day – findet immer am zweiten Donnerstag im Oktober statt. Das Datum wechselt daher von Jahr zu Jahr. Organisationen aus aller Welt beteiligen sich mit Kampagnen, kostenlosen Sehtests und Aufklärungsveranstaltungen. Ziel ist es, das Bewusstsein für Augengesundheit global zu stärken.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit über eine Milliarde Menschen mit einer Seheinschränkung. Rund 43 Millionen davon sind vollständig blind. Besonders betroffen sind Menschen in einkommensschwachen Ländern, wo Sehhilfen und Behandlungen kaum zugänglich sind.

Geschichte und Ursprung

Den Anstoß für den Aktionstag gab die Lions Club International Foundation im Jahr 2000 mit ihrer Kampagne „Sight First“. Seitdem gehört der Welttag des Sehens zum festen Bestandteil der globalen Initiative VISION 2020 – The Right to Sight. Diese Initiative trägt die International Agency for the Prevention of Blindness (IAPB) gemeinsam mit der WHO. Ihr Ziel: vermeidbare Blindheit weltweit einzudämmen.

Seit 2005 steht der Welttag des Sehens jedes Jahr unter einem anderen Motto. Typische Themen sind Zugang zu Sehhilfen, Augenkrankheiten in der Kindheit und die Versorgungslücke in Entwicklungsländern.

Ursachen von Sehbehinderungen

Viele Sehbeeinträchtigungen sind behandelbar oder sogar vermeidbar. Dennoch erhalten Millionen Menschen keine ausreichende Versorgung. Die häufigsten Ursachen für Sehverlust sind:

  • Grauer Star (Katarakt) – weltweit führende Ursache für vermeidbare Blindheit
  • Unkorrigierte Fehlsichtigkeit – Kurz- oder Weitsichtigkeit ohne Brille oder Kontaktlinsen
  • Glaukom (Grüner Star) – schleichende Schädigung des Sehnervs
  • Altersbedingte Makuladegeneration – häufig bei Menschen über 60
  • Diabetische Retinopathie – Folgeerkrankung bei Diabetes
  • Trachom – bakterielle Augenkrankheit, vor allem in tropischen Regionen

Der Welttag des Sehens macht deutlich: Wer rechtzeitig zum Augenarzt geht, kann viele dieser Erkrankungen früh erkennen und behandeln.

Die „Woche des Sehens“ in Deutschland

Rund um den Welttag des Sehens findet in Deutschland jährlich die Woche des Sehens statt. Sieben Organisationen tragen sie gemeinsam, darunter die Christoffel-Blindenmission (CBM), der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). Augenärzte, Kliniken und Optiker bieten in diesem Zeitraum kostenlose Sehtests und Informationsveranstaltungen an.

Auch der Tag des weißen Stocks am 15. Oktober gehört zur Woche des Sehens. Er erinnert an die Selbstständigkeit sehbehinderter und blinder Menschen im Alltag.

So kannst du den Welttag des Sehens unterstützen

Engagement für Augengesundheit beginnt im Kleinen. Diese Maßnahmen helfen – dir selbst und anderen:

  • Augen regelmäßig untersuchen lassen – auch ohne Beschwerden, mindestens alle zwei Jahre
  • Die 20-20-20-Regel anwenden – alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf etwas in ca. 6 Meter Entfernung schauen
  • UV-Schutz tragen – hochwertige Sonnenbrillen schützen die Netzhaut vor Schäden
  • Organisationen unterstützen – zum Beispiel die Christoffel-Blindenmission oder die IAPB
  • Bewusstsein teilen – Informationen in deinem Umfeld weitergeben

Welttag des Sehens und globale Solidarität

Der Welttag des Sehens ist mehr als ein Gedenktag. Er zeigt, dass gutes Sehen kein Privileg sein sollte, sondern ein Menschenrecht. Millionen Menschen fehlt der Zugang zu einfachen Sehhilfen – einer Brille oder einer Operation, die in Deutschland selbstverständlich sind. Wer diesen Tag wahrnimmt, erkennt: Kleine Gesten tragen zu großen Veränderungen bei.

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