1. September – Antikriegstag

Der Antikriegstag wird in Deutschland jedes Jahr am 1. September begangen. Dieser Tag erinnert an den Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 – der Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die Botschaft ist dabei klar: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) rief erstmals 1957 unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zu Aktionen an diesem Datum auf. Seitdem gestalten Gewerkschaften, Friedensgruppen und zivilgesellschaftliche Organisationen den Tag mit Kundgebungen, Mahnwachen und Gedenkveranstaltungen.

Geschichte des Antikriegstages

Die Idee eines Antikriegstages hat tiefe Wurzeln. Nach dem Ersten Weltkrieg riefen Friedensorganisationen wie die Deutsche Friedensgesellschaft am 1. August – dem Tag des Kriegsbeginns 1914 – zu Gedenkkundgebungen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg griff der DGB diese Tradition auf und verlegte den Fokus auf den 1. September, denn dieser Tag steht für den Beginn des verheerendsten Krieges der Geschichte.

Die DGB-Jugend beschloss 1962 formell, den 1. September zu einem regelmäßigen Aktionstag zu machen. Damals hieß es: „Die Gewerkschaftsjugend ruft auf, am 1. September örtliche Kundgebungen und Demonstrationen durchzuführen – gegen die Rüstungspolitik und gegen die Gefahr eines dritten Weltkrieges.“ Seinen Höhepunkt erlebte der Antikriegstag in den späten 1970er und 1980er Jahren. Damals nahmen laut DGB mehrere Zehntausend Menschen an den Kundgebungen teil.

Auch nach dem Ende des Kalten Krieges blieb der Antikriegstag ein wichtiger Gedenktag. Neue Konflikte – von den Balkankriegen der 1990er Jahre bis zum Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine – zeigen, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist.

Was passiert am Antikriegstag?

Bundesweit finden jedes Jahr rund um den 1. September Veranstaltungen statt. Dazu gehören Gedenkfeiern, Kranzniederlegungen, Mahnwachen, Vorträge und Kundgebungen. Organisiert werden diese Aktionen vor allem vom DGB und seinen Mitgliedsgewerkschaften – zum Beispiel von ver.di, IG Metall und anderen. Zudem koordiniert das Netzwerk Friedenskooperative zahlreiche dezentrale Veranstaltungen in ganz Deutschland.

Der Antikriegstag richtet sich nicht nur an Gewerkschaftsmitglieder. Vielmehr ist er ein Appell an alle Menschen, sich aktiv für Frieden, Demokratie und soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Denn diese drei Werte bedingen einander – daher ist auch die jährliche DGB-Erklärung zum Antikriegstag stets mit einem gesellschaftspolitischen Thema verknüpft.

Antikriegstag und die Bedeutung heute

Der Antikriegstag ist aktueller denn je. Weltweit gibt es mehr als 50 bewaffnete Konflikte. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Rüstungsausgaben steigen global – deshalb braucht es starke Stimmen für Frieden und Diplomatie.

Zudem mahnt der 1. September zur historischen Verantwortung Deutschlands. Von deutschem Boden gingen zwei Weltkriege aus. Diese Geschichte verpflichtet – nämlich dazu, Krieg als politisches Mittel entschieden abzulehnen. Der DGB fasst dies jedes Jahr im Antikriegstagsaufruf zusammen, der aktuelle friedens- und gesellschaftspolitische Fragen aufgreift.

So kannst du dich am Antikriegstag engagieren

Engagement am Antikriegstag muss nicht kompliziert sein. Hier sind konkrete Möglichkeiten:

  • Veranstaltung besuchen: Das Netzwerk Friedenskooperative und der DGB listen jährlich Kundgebungen und Gedenkfeiern in deiner Nähe auf.
  • Informieren und teilen: Lies die aktuelle Erklärung des DGB zum Antikriegstag und teile sie in deinem Umfeld.
  • Friedensarbeit unterstützen: Viele Friedensinitiativen und -organisationen brauchen ehrenamtliche Unterstützung und Spenden.
  • Bildung fördern: Schulen, Gemeinden und Bibliotheken bieten Projektwochen rund um das Thema Krieg und Frieden an – mitmachen lohnt sich.

Der Antikriegstag erinnert uns daran, dass Frieden aktiv gestaltet werden muss. Schweigen und Wegsehen sind keine Option – daher bleibt der 1. September ein wichtiger Fixpunkt im deutschen Gedenkkalender.

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