Tofu gehört zu den ältesten pflanzlichen Lebensmitteln der Welt – und bekommt einmal im Jahr seinen ganz eigenen Aktionstag. Der Welttofutag am 25. August lädt dazu ein, das vielseitige Sojaprodukt neu zu entdecken, kreative Gerichte auszuprobieren und sich mit den Vorteilen einer pflanzenbasierten Ernährung auseinanderzusetzen.
Was ist der Welttofutag?
Der Welttofutag ist ein internationaler Aktionstag zu Ehren von Tofu – einem der bedeutendsten pflanzlichen Eiweißlieferanten überhaupt. Der Tag richtet sich an Veganer, Vegetarier und alle, die neugierig auf eine nachhaltige Ernährung sind. Ziel ist es, Tofu aus seinem Nischendasein herauszuholen und als schmackhafte, gesunde Alternative zu tierischen Produkten zu präsentieren.
Hinweis: International wird der World Tofu Day offiziell am 26. Juli gefeiert. Im deutschsprachigen Raum ist der 25. August als ergänzendes Datum im Umlauf. Beide Tage verfolgen dasselbe Ziel: Aufmerksamkeit für Tofu und pflanzenbasierte Ernährung zu schaffen.
Geschichte: Wie entstand der Welttofutag?
Der internationale World Tofu Day geht auf das Jahr 2014 zurück. Die kanadische Tierschutzorganisation Society for the Protection of Animals (SPA) Canada rief ihn ins Leben, um pflanzenbasierte Ernährung zu fördern und auf Alternativen zu tierischen Produkten aufmerksam zu machen. Beim ersten Welttofutag versammelten sich allein in Montreal rund 12.000 Menschen bei einem veganen Barbecue.
Tofu selbst ist deutlich älter. Seine Ursprünge liegen in China, wo er vor rund 2.000 Jahren erstmals erwähnt wird. Die Sojabohne als Grundlage wird sogar seit über 5.000 Jahren kultiviert. Nach Japan gelangte Tofu vor etwa 1.000 Jahren und wurde dort zu einem festen Bestandteil der Küche. Im Westen gewann Tofu erst in den 1970er-Jahren an Bekanntheit – maßgeblich durch das Buch „The Book of Tofu“ aus dem Jahr 1975, das vegetarische Ernährung einem breiten Publikum nahebrachte.
Was ist Tofu eigentlich?
Tofu – auf Mandarin dòufǔ – entsteht ähnlich wie Käse. Sojamilch wird durch Zugabe eines Gerinnungsmittels (zum Beispiel Kalziumsulfat oder Nigari) zum Stocken gebracht. Die entstehende Masse wird gepresst und zu festen Blöcken geformt. Je nach Wassergehalt unterscheiden sich Konsistenz und Verwendungsmöglichkeit stark.
Es gibt fünf Haupttypen von Tofu:
- Seidenweicher Tofu (Silken Tofu): Cremig und zart – ideal für Dressings, Desserts und Smoothies.
- Weicher Tofu: Gut für Suppen und asiatische Eintöpfe wie Miso-Suppe.
- Mittelfester Tofu: Vielseitig einsetzbar beim Kochen und Backen.
- Fester Tofu: Perfekt zum Anbraten, Grillen und Marinieren.
- Extra-fester Tofu: Hält beim Braten und Frittieren bestens die Form.
Welttofutag: Nährwerte und gesundheitliche Vorteile
Tofu überzeugt nicht nur geschmacklich, sondern auch ernährungsphysiologisch. Er ist reich an hochwertigem pflanzlichem Eiweiß und enthält alle neun essenziellen Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Dazu kommen wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink und Mangan. Der Fettgehalt ist gering, und der Großteil der enthaltenen Fette sind herzgesunde ungesättigte Fettsäuren.
Tofu enthält außerdem Isoflavone – sekundäre Pflanzenstoffe, denen Forscher mögliche Schutzwirkungen gegen bestimmte Krebsarten zuschreiben. Für Menschen, die auf Milchprodukte verzichten, bietet kalziumgesetzter Tofu eine besonders wertvolle Kalziumquelle.
Tofu und Nachhaltigkeit
Ein weiterer Grund für den Welttofutag ist der ökologische Aspekt. Die Produktion von Tofu verursacht im Vergleich zu tierischen Proteinen deutlich weniger Treibhausgase und benötigt weniger Wasser sowie Ackerland. Sojabohnen wachsen schnell und binden Stickstoff im Boden. Wer Tofu in den Speiseplan integriert, kann so aktiv zur Reduzierung des eigenen CO₂-Fußabdrucks beitragen.
Wie feiert man den Welttofutag?
Der Welttofutag ist eine Einladung zum Ausprobieren. Wer Tofu noch nicht kennt, findet heute den perfekten Anlass für ein erstes Experiment in der Küche. Erfahrene Tofu-Fans können neue Rezepte ausprobieren – von würzig marinierten Tofu-Spießen über cremige Tofu-Desserts bis hin zu knusprigem gebratenem Tofu als Salattopping.
Gute Möglichkeiten zum Mitmachen:
- Ein veganes Kochexperiment mit Tofu starten und Freunde einladen.
- Einen asiatischen Lieblingsimbiss oder ein vegetarisches Restaurant besuchen.
- In sozialen Medien unter dem Hashtag #WelttofuTag eigene Tofu-Kreationen teilen.
- Mehr über pflanzenbasierte Ernährung lernen und Familie oder Freunde inspirieren.
Tofu in der Weltküche
Kaum ein Lebensmittel ist so wandlungsfähig wie Tofu. In Japan ist er seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel und erscheint in Dutzenden traditionellen Gerichten – von Agedashi-Tofu bis zur Miso-Suppe. In Korea hingegen steckt er in der feurig-würzigen Sundubu-Jjigae. Und in Vietnam landet er frittiert in Nudelsuppen. Im Westen hat Tofu in den letzten Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht: Vom Exotenprodukt naturkostbegeisterter Kreise ist er zu einem festen Bestandteil moderner Küchen geworden.
Jede japanische Präfektur pflegt ihre eigene Tofu-Tradition. Das zeigt, wie tief verwurzelt dieses Lebensmittel in der Kultur Ostasiens ist – und wie viel Potenzial im Welttofutag steckt, um diese Vielfalt auch im deutschsprachigen Raum bekannter zu machen.